Berlin: Sicherheitslücken im Regierungsviertel?

Der Luftraum über dem Berliner Regierungsviertel ist streng reguliert. Drohnen dürfen das Gebiet nur mit einer Genehmigung überfliegen – 24 wurden im ersten Halbjahr 2020 ausgestellt. Doch eine Sicherheitsfirma hat Tausende Flüge erfasst

Das Unternehmen Dedrone, das sich auf die automatische Erkennung von Drohnen und deren Abwehr spezialisiert, hat im ersten Halbjahr dieses Jahres 5630 Drohnenflüge über dem Regierungsviertel registriert. Eine starke Differenz zu den offiziell genehmigten 24.

Laut Jörg Lamprecht, Unternehmensgründer von Dedrone, hat das Unternehmen vor einiger Zeit sechs Sensoren in dem Gebiet rund um den Reichstag installiert. Diese Sensoren erkennen die von Drohnen gesendeten Funksignale. „Unsere Zahl ist nur eine Mindestangabe. Es könnten auch mehr gewesen sein“, sagt Lamprecht.

Auf eine Anfrage der Welt hat das Verkehrsministerium nicht geantwortet. Das BAF sagt eine höhere Anzahl an Flügen „sei nicht überraschend“, da die Genehmigung auch in einen anderen Zeitraum als der absolvierte Flug fallen könnte. Nach einem genauen Überblick der Sicherheitslage des Luftraums klingt das nicht.

NRW und Lilium planen Flugstrecken

Aachen, Bielefeld, Münster und Siegen: Diese Städte in Nordrhein-Westfalen könnten bald per Flugtaxi erreichbar sein

Noch wartet Flugtaxi-Hersteller Lilium auf grünes Licht von der Europäischen Agentur für Flugsicherheit. Wird der Antrag genehmigt, sollen die Städte Aachen, Bielefeld, Münster und Siegen mit dem Flugtaxi erreichbar sein. Bis zu vier Passagiere sollen so zwischen und in den Städten transportiert werden.

Die Zusammenarbeit mit den Flughäfen Köln/Bonn und Düsseldorf stimmt Lilium-Mitgründer Daniel Wiegand zuversichtlich, dass Lilium in Nordrhein-Westfalen bis 2025 als neuer Verkehrsträger etabliert ist.

Amazon: „Prime Air“ darf liefern

Nach UPS und ‚Wing‘ der Google-Mutter Alphabet im vergangenen Jahr, hat auch Amazon von der FAA eine Genehmigung erhalten, Produkte mit Drohnen zu liefern

Die erste große Testphase soll bald beginnen. Dann will das Unternehmen kleine Haushaltsprodukte in einem Umkreis von 12 Kilometern vom Lager und einem Maximalgewicht von 2,3 Kilogramm liefern.

Allerdings betont Amazon, dass es noch dauern wird, bis Lieferungen per Drohne zum Alltag gehören. Zunächst muss die FAA noch Regeln für automatisierte Drohnenflüge aufstellen, unter anderem für Lärm-Grenzwerte und ein System zur Überwachung des Luftraums in niedriger Höhe, in der Liederdrohnen unterwegs sind.

„Ein Risiko für Feuerwehrleute“: Trumps Drohenverbot macht es schwieriger, Waldbrände zu stoppen

Insider der US-Innenabteilung sagen, der Drohnenmangel habe es schwieriger gemacht, die in den USA wütenden Brände einzudämmen

Im Oktober 2019 stellte das US-Innenministerium die Flotte von mehr als 800 Drohen und den Kauf neuer Drohnen ein, schon seit langem warnt der Präsident vor chinesischen Spionageversuchen. Allerdings wurden viele der Drohnen zur Vorbeugung wie dem kontrollierten Abbrennen und der Bekämpfung von Waldbränden eingesetzt. Durchschnittlich werden so mehr als 10.000 Flüge pro Jahr durchgeführt.

Doch in diesem Jahr macht der plötzliche Mangel an Drohen es schwieriger, die Brände im Westen der USA einzudämmen. Einige der in China hergestellten Drohen werden immer noch eingesetzt, allerdings hinderte das Verbot die Behörden daran, 17 Ignis-Drohnen zu kaufen, die 2020 in die Flotte aufgenommen werden sollten. Laut Guardian bestätige Drone Amplified (der Lieferant von Ignis-Drohnen), dass das Unternehmen den Kauf der Drohnen zurückgezogen hat.

Anscheinend konnte die US-Behörde durch den Mangel, 28 Prozent weniger Flächen kontrolliert abbrennen. Die Areale mussten manuell bearbeitet werden und das bedeutet ein ständiges Risiko für die Piloten und Arbeiter am Boden vor Ort.

England: Eine „Autobahn am Himmel“

In ein paar Monaten öffnet der erste kommerzielle Drohnenkorridor im Süden Englands

Altitude Angel, Entwickler des Korridors, möchte in Zukunft die Zone an verschiedenen Drohnenbetreiber vermieten. Auch die Civil Aviation Authority (CAA) gibt grünes Licht und sagt, der Korridor sei eine von mehreren „großen potenziellen Änderungen“ die den Einsatz von Drohnen im britischen Luftraum betreffen.

Die rund acht Kilometer lange Zone, südlich von Reading, Berkshire, soll den sicheren Betrieb von Drohnen außerhalb der Sicht des Piloten realisieren. Damit die Drohnen nicht mit Flugzeugen zusammenstoßen, hat Altitude Angel ein „Detect and Aviod“ System entwickelt. Damit könnte auch fragile Fracht wie Organe für Transplantationen sicher transportiert werden. „Wir wollen Autobahnen am Himmel in ganz Großbritannien einrichten, so wie das Schienennetz gebaut wurde“, sagt Stephen Farmer, Leiter der Öffentlichkeitsarbeit von Altitude Angel.

5G: Drohne überfliegt Landesgrenze

Im Rahmen des LAMPA Conversation Festival haben Lettland und Estland zum ersten Mal einen grenzüberschreitenden, auf 5G basierenden BVLOS-Flug demonstriert

Wirklichkeit wurde der Flug durch den lettischen Mobilfunkanbieter LMT (Latvian Mobile Telephone). Der Flug wurde live im Netz gestreamt und diente als Demonstration, der neuen 5G-Technologie. Gesteuert wurde die Drohne über einen internetbasierten Datenlink via 5G-Netzwerk, ohne direkten Sichtkontakt zum Piloten (BVLOS) und legte eine Strecke von insgesamt acht Kilometern zurück.

Und der Praxistest war äußerst erfolgreich. Mit gleich zwei SIM-Karten und 5G-Modems an Bord hat sich die Drohne binnen weniger Millisekunden in das Mobilfunknetz des lokalen Netzwerkbetreibers in Estland eingewählt. Die Verbindung blieb konstant stabil.

Volocopter investiert in den Frachttransport

Zusammen mit der Logistiktochter der Deutsche Bahn arbeitet Volocopter an einer Fracht-Drohne im städtischen Raum

Die geplanten Fracht-Drohnen sollen eine Traglast von 200 Kilogramm haben und die längeren Strecken bedienen, sagt Volocopter-Chef Florian Reuter. Demnach, so Reuter weiter, wird das Unternehmen auch nicht in Konkurrenz mit Unternehmen wie Amazon treten, die sich zunächst auf leichte Lieferungen konzentrieren.

Das gemeinsame Ziel von Volocopter und DB-Schenker: den Markt im Logistiksegment im städtischen Raum schnell besetzen und bis 2023 alle notwendigen Zertifizierungen von der Flugsicherheitsbehörde EASA bekommen.

Las Vegas: Walmart liefert Covid-19 Tests

Einen Covid-Test erhalten, und das direkt ins eigene Zuhause: Walmart machts möglich – natürlich per Drohne

Menschen die in einem 1,6 Kilometer Radius von Walmart´s Las Vegas Standort wohnen, können seit Mitte September Covid-19 Tests anfordern. Die Lieferung ist kostenfrei, die Drohnen liefern bis vor die Haustür und die Ergebnisse werden  in durchschnittlich zwei Tagen per E-Mail mitgeteilt.

Das Pilotprojekt dient Walmart auch dazu, wie das Unternehmen Drohnen in der Zukunft gezielt für Lieferungen einsetzen könnte. Zwischen 8:30 und 15:50 können die Tests töglich angefordert werden – solange der Vorrat reicht, versteht sich. Außerdem sind die Lieferungen witterungsempfindlich: Regnet es, bekommen die Menschen keine Tests. Bereits Anfang September hat Walmart ein Pilotprojekt in Fayetteville in North Carolina mit dem Unternehmen Flytrex gestartet, um Waren an Haushalte zu liefern.

Podcast „Digital leben“

Mit: Daniel Sülberg, Leiter des DLR-Drohnen-Zentrum in Cochstedt und Laura Schmid, Forscherin an der Uni Halle, und wie Drohen in der Landwirtschaft helfen können.

Folge 32: Sachsen-Anhalt fliegt auf Drohnen

Dauer: 66, 12 Minuten
(In: MDR SACHSEN-ANHALT – DAS RADIO WIE WIR)

Der Himmel füllt sich: DLR und NASA in gemeinsamer Sache

Wie kann verhindert werden, dass Drohnen und Flugtaxis mit Flugzeugen kollidieren? Das wollen DLR und NASA jetzt gemeinsam erforschen

Da die klassische Luftfahrt und der ansteigende Drohenverkehr bislang getrennt voneinander agieren, erforschen das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt und die US-Raumfahrtbehörde (NASA) nach Wegen, die beiden Systeme zu verschränken. Noch immer fehlen Regelungen die verhindern, dass sich die Flugobjekte am Himmel in die Quere kommen.

Die Forschung selbst wird sich demnach um die Umgestaltung des Luftverkehrssystems drehen: „Ein solcher Luftverkehrsmix wirft eine Reihe neuer Fragen über die Art und Weise auf, wie solche Flugzeuge in der Luft interagieren werden“, sagt Dirk Kügler, Leiter des DLR-Instituts für Flugführung im Tagesspiegel Background. Laut Kügler werden die NASA und das DLR gemeinsam Rahmenbedingungen für ein Luftverkehrssystem der Zukunft schaffen. Das neue System hat hochgesteckte Ziele: „Skalierbar, flexibel und belastbar“ muss es sein und auf die „von den neuen Teilnehmern geforderte operationelle Vielseitigkeit“ achten, „ohne die Sicherheit heutiger oder zukünftiger Luftfahrtzeuge zu beeinträchtigen“.

Das Projekt dient dem Austausch zu Strategien, Erfahrungen und Technologien, damit Drohnen in den USA und Europa möglichst bald abheben.

Dronemasters Meetup Online

60 Minuten volle „Drohnung“ – gefolgt von Networking & Austausch

07.10.2020, 16-18 Uhr
Online
Sprache: Englisch


Themen:

  • Creating Scotland´s First Drone Port
  • Batteries and energy solutions in the UAV world
  • Advantages of combining the best of Gyrocopter and Helicopter

Zur Anmeldung geht es hier.