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„Drohnen brauchen mehr Wertschätzung“

„Drohnen brauchen mehr Wertschätzung“

Nachgefragt bei Frank Lochau, Vorstand des Bundesverbands Zivile Drohnen und Geschäftsführer von ProCopter in Leipzig

Frank Lochau, Vorstand des BVZDHerr Lochau, Sie sind Vorstandsvorsitzender des Bundesverbands Zivile Drohnen. Was war Ihre Motivation, den Verband mitzugründen?
Die Regeln rund um Drohnen hatten sich so verstärkt, dass ich die Existenz meines Unternehmens bedroht sah. Ich hatte die Befürchtung, dass es so viele No-Fly-Zones geben würde, dass ich bald kaum noch gewerblich fliegen könnte. Wir beschlossen also, gemeinsam an die Politik heranzutreten, um zu zeigen, dass Drohnen ein gutes Werkzeug sind. Sie brauchen mehr Wertschätzung, auch von Seiten der Politik.

Hat sich da etwas getan?
Ja, inzwischen wird die Akzeptanz größer. Zuständige Beamte sind stärker mit dem Thema vertraut und sind sich dessen bewusst, dass Drohnen ein Massenphänomen werden. Das ist wunderbar, denn auch sie setzen sich jetzt für positive Drohnenregelungen ein.

Inzwischen sehen Sie Ihre Existenz nicht mehr bedroht. Was hat sich geändert?
Eine deutliche Verbesserung brachte NfL-1-1163-17*, da Piloten jetzt nicht mehr grundsätzlich 100 Meter seitlichen Abstand von Straßen und Schienen halten müssen. Das ist besonders für innerstädtische Aufnahmen unglaublich wichtig.

Stichwort Aufnahmen. Welche sind bei Ihrem Unternehmen ProCopter besonders gefragt?
Im Jahr 2014 startete ich ursprünglich mit Aufnahmen in der Landwirtschaft und der Energiebranche. Inzwischen kommen die Hauptaufträge von öffentlichen Auftraggebern und Bauplanungsunternehmen. Zwei Schwerpunkte haben sich herauskristallisiert: die Photogrammetrie, eine Fernerkundungs-Messtechnik, und dadurch entstehende Orthofotos; und die Erstellung von 3D-Modellen von Flächen, Landschaften und Gebäuden.

Wo sehen Sie noch Entwicklungsmöglichkeiten, die Ihre Arbeit einfacher machen würden?
Entwicklungsbedarf sehe ich besonders im Bereich von Drohnenmanagement-Software. Das ist momentan ein sehr aktiver Markt mit immer mehr Anbietern. Ein professioneller Pilot kann mit der richtigen Software die Performance erhöhen.

Wie funktioniert das?
Ich arbeite zum Beispiel mit Flynex zusammen. Bevor ich einen Auftrag annehme, schaue ich dort in dreidimentsionalen karten nach, ob und unter welchen Auflagen ich dort fliegen darf – mit Daten, die besser sind als die der Deutschen Flugsicherung. Ich kann Daten mit Kunden teilen und werde bei dem Genehmigungsprozess bei Ordnungsämtern unterstützt. Mit der Plattform kann ich zusätzlich eine Inventurliste anlegen und behalte so den Überblick über alle Akkus und deren Ladezyklen, denn mit der Zeit nimmt die Kapazität ab.

Und auf politischer Ebene, was ist da momentan die größte Baustelle?
Das ist definitiv der Entwurf für eine einheitliche europäische Regelung für den Betrieb von UAVs!

Vielen Dank für das Gespräch!

*NfL-1-1163-17: Gemeinsame Grundsätze des Bundes und der Länder für die Erteilung von Erlaubnissen und die Zulassung von Ausnahmen zum Betrieb von unbemannten Fluggeräten gemäß §21a und 321b Luftverkehrs-Ordnung (LuftVO)

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