EASA: neue „Lufttüchtigkeitsnormen“ für Drohnen

Berlin, 25.08.2020. Die Europäischen Union für Flugsicherheit (EASA) hat einen Vorschlag für „Lufttüchtigkeitsnormen“ für die Zertifizierung der  „leichten“ unbemannten Flugzeuge veröffentlicht

Die vorgeschlagenen Normen sollen zum sicheren Betrieb von Drohnen für eine Vielzahl von Dienstleistungen beitragen:

  •  Paketzustellungen in städtischen Umgebungen
  •  Eisenbahn- und Stromleitungeninspektionen
  •  Lebenswichtige Lieferungen in Krisengebieten

Die vorgeschlagenen Normen, die jetzt öffentlich eingesehen werden können, sind als Special Condition Light UAS bekannt und gelten für unbemannte Luftfahrzeuge unter 600 kg. Sie werden gemäß der Verordnung (EU) 2019 / 947, die am 31. Dezember 2020 in Kraft tritt, in der spezifischen oder zertifizierten Kategorie betrieben. Die meisten Drohnen, die derzeit in der EASA zertifiziert sind, fallen in diese Kategorien.

„Dieser Vorschlag ist Teil der umfassenderen Initiative der EASA, um sicherzustellen, dass Drohnen sicher und akzeptabel betrieben werden können, insbesondere in Gebieten, die dicht von Menschen und beweglichen oder statischen Objekten besetzt sind“, sagte EASA-Exekutivdirektor Patrick Ky.

„Da große Teile der Wirtschaft nach Möglichkeiten suchen, Drohnen zur Rationalisierung ihres Betriebs einzusetzen, ist es unerlässlich, dass wir über strenge Regeln verfügen, um sicherzustellen, dass keine Gefahr für Menschen oder Eigentum durch den Einsatz von Drohnen besteht und dass Lärmpegel akzeptabel sind. Es ist unsere Aufgabe, dafür zu sorgen, dass die Bürgerinnen und Bürger Europas bei zunehmender Drohnennutzung sicher sind“, fügte er hinzu.

Die Veröffentlichung des Vorschlags für die künftige Zertifizierungsbasis soll neue Design- und Zertifizierungsinitiativen für Drohnen anregen und zur sicheren Integration von BEYOND Visible Line of Sight (BVLOS)-Operationen in besiedelte Umgebungen beitragen.

Der Vorschlag kann bis zum 30. September 2020 kommentiert werden.

Deutsche Bahn: endlich pünktlich durch Drohnen?

Stürme, Kälte und Hitze – allein 2019 verzeichnete die Deutsche Bahn 15 Großstörungen im Schienenverkehr. Das Ergebnis: frustrierte Fahrgäste und Millionenschäden.

Zwölf verschiedene Drohnentypen hat der Staatskonzern bereits in Betrieb. Zuständig ist der Bereich Sicherheit. Dort entstand die Idee, Drohnen einzusetzen.

Jetzt sorgen Drohnen unteranderem für freie Gleise, indem sie hochauflösende Bilder von Wäldern und Hängen aufnehmen, um so eventuelle Gefahren frühzeitig zu erkennen.

2018 kam die Deutsche Bahn wegen Stürmen auf ganze 491.000 Verspätungsminuten, 2019 waren es rund ein Drittel weniger. Bei Bäumen, die bei Stürmen für versperrte Strecken sorgen, wird inzwischen 95 Prozent des schadhaften Bestands frühzeitig erkannt – kein schlechter Wert.

Zudem geht die Bahn davon aus, dass durch Drohnen in Zukunft bis zu 40 Millionen Euro allein bei den Brückeninspektionen gespart wird. Die Weiterleitung und Verarbeitung der Daten ist die größte Herausforderung für die Bahn. Wird hierfür eine Lösung gefunden, sollen Drohnen in Zukunft auch autonom fliegen, falls ein Sensor an einer Weiche ein Problem meldet.

London: Drohne kracht bei Routineeinsatz in Wohnhaus

Durch eine Signalstörung ist eine Drohne in London in ein Wohnhaus gestürzt. Der Unfall hat erneut Diskussionen über die Sicherheit von Drohnen in städtischen Gebieten entfacht

In einer Höhe von knapp 30 Metern verlor die Drohne bei einer Routineüberwachung einer Baustelle ihr GPS-Signal. Normalerweise bleibt die Drohne in solch einer Situation in der Luft schweben und wird je nach Wind in verschiedene Richtungen getragen. Laut Forbes wurden die Piloten von der Störung überrascht.
             
Auch das GPS-Signal einer zweiten Suchdrohne wurde gestört. Sie wurde allerdings sicher gelandet. Wer oder was das Signal gestört hat ist bisher nicht bekannt. Die lokale Behörde verdächtigt den Einsatz eines GPS-Jammers. Deren Einsatz ist in der UK zwar illegal, der Besitz allerdings nicht.

Der Vorfall wirft Fragen zur Sicherheit von zivilen Drohnen auf. Gerade große und schwere Drohnen, die ein erhebliches Verletzungsrisiko darstellen wie Lieferdrohnen brauchen eine robuste Navigation, die auch bei GPS-Störungen nicht vom Kurs abweichen oder gar abstürzen – besonders da es einige Menschen gibt, die die Idee, dass Drohnen über Städte fliegen, nicht besonders mögen.

Deutsche Flugsicherung: Sind Flughäfen bald drohnenfrei?

Seit Anfang August testet die Deutsche Flugsicherung Drohnen-Detektionssysteme rund um die Flughäfen München und Frankfurt. Der Flugbetrieb an beiden Flughäfen wird immer wieder durch Drohnen lahmgelegt  

Bis in den Oktober hinein testet die Deutsche Flugsicherung, zusammen mit dem Frankfurter Flughafenbetreiber Fraport und der Münchner Flughafengesellschaft, Drohnen-Detektionssysteme. Trotz einer App, die Betreiber privater Drohnen über die Flugverbotszonen um Flughäfen informiert, nehmen viele Piloten immer wieder Freiheitsstrafen von bis zu zehn Jahren in Kauf. Das Eindringen in die Verbotszonen wird als gefährlicher Eingriff in den Luftverkehr gewertet.

EHang machts vor: Erste Passagiere heben hab

Nach vielen unbemannten Testflügen durften jetzt zum ersten Mal Passagiere abheben

Vier Personen waren Teil der EHang Sightseeing-Flugtour an der Küste und über der Stadt Yantai in China. Die mit Freiwilligen bemannten Flugtaxis waren Teil der EHang World Flight Tour, eine Demonstration des Unternehmens für die Vielfältigkeit und Sicherheit der Flugtaxis.

Ausgelegt ist die EHang 216 für zwei Personen, bei den Testflügen befand sich allerdings nur jeweils eine Person an Bord. Laut EHang waren alle der insgesamt vier Passagiere begeistert von dem Flug. Selbst bei anhaltendem Regen sei das Flugtaxi den Flug ruhig und stabil durch die Luft geflogen.
Die Yantai-Tour war mit mehr als 2.000 Flügen ins 21 Ländern und sechs Städten, der Höhepunkt einer zweijährigen Welttournee.

Wer hat Angst vorm weißen Hai?

Fünf Menschen sind dieses Jahr vor Australien Haiangriffen zum Opfer gefallen. Mit dem „Shark Programm 2020/21“ investiert die Regierung vom australischen Bundesstaat News South Wales umgerechnet fünf Millionen Dollar in ein Maßnahmenbündel
Mit Drohnen werden die Aktivitäten der Raubfische aus der Luft überwacht, mit Ködern bestückte „intelligente Leinen“ die an Bojen befestigt sind, sollen die Tiere anlocken.

Beißt ein Hai an, „schickt“ die Leine eine SMS an die Einsatztruppen.

Innerhalb von 15 Minuten können die Meereswissenschaftler vor Ort sein,
die Haie mit einem Sender markieren und die Aufenthaltsorte in ein Infosystem einspeisen.

Nodwales: Seenotretter Heli-Drohne

Drei Meter lang und 240 km/h schnell: die britische Küstenwache testet Heli-Drohnen in der Seenotrettung.

Mehrere Monate lang wurde geübt. Jetzt hat die staatliche Küstenwache des Vereinigten Königreichs ihre neue Drohne Richtung Küste geschickt. Vom Flughafen der Kleinstadt Caernarfon in Nordwales, startete die Heli-Drohne zu einem einstündigen Patrouillenflug.

Derzeit sind zwei Heli-Drohnen einsatzfähig, um die Rettungseinsätze zu unterstützen. Die drei Meter langen, 110 Kilogramm schweren und 240 km/h schnellen Helfer sollen schnelle Aufnahmen etwaiger Notsituationen liefern und dadurch die Einsatzkräfte schneller zum Rettungsort bringen.

„FlowPro“: Drohnen für die Mikrologistik

Die Logistik setzt auf individualisierte Produkte – auch in der Autoindustrie. Doch die bisherigen Systeme sind auf Massenwaren ausgelegt. Ein vom BMVI gefördertes Projekt soll die Vernetzung, Fusion und Nutzung von Mobilitäts-, Verkehrs- und Logistikdaten erproben

Fahrzeuge in Standard-Ausstattung in großer Stückzahl befinden sich im Abwärtstrend. Stattdessen haben viele Kunden Sonderwünsche an ihr Fahrzeug: „Teile wie Navigationsgerät oder Klimaanlage kommen in relativer Häufigkeit vor, andere in deutlich geringerer Stückzahl, erklärt Marvin Bihl, Geschäftsführer des Würzburger Drohnen-Start-ups Emqopter.

Das können neben Schrauben oder Elektronik auch Ersatzteile sein, auch um einen Defekt am Produktionsband zu beheben. Das macht die Produktion extrem teuer, so Bihl. „Wenn ich auf die Teile warte, steht mein Band still, weil ich auch das nächste Auto auf der Produktionsstraße nicht weiterbearbeiten kann“.

Das Mikrologostikprojekt „FlowPro“, ist ein zentral organisiertes Logistiknetzwerk und soll fahrerlose Systeme am Boden und in der Luft mithilfe Künstlicher Intelligenz (KI) ins Warenwirtschaftssystem integrieren. Das Projekt, startete am 1. Juli und wird vom Bundesverkehrsministerium mit insgesamt 2,2 Millionen Euro unterstützt.

Drohnen sollen eine zentrale Rolle spielen. Die Projektpartner, zu denen neben Emqopter auch die Hochschule Würzburg-Schweinfurt (FHWS), die Hochschule für Technik und Wirtschaft des Saarlandes (HTW Saar) und Siemens gehören, erhoffen sich einen durchgehenden Logistikprozess mit deutlich kürzeren Zulieferzeiten.

Bei Lieferungen von Werk zu Werk sollen Drohnen Autos ersetzen. Bihl rechnet beim Einsatz von Drohen mit einer Zeitersparnis von mindestens zwei Dritteln gegenüber Autotransporten, sowie mit mehr als 20 Prozent geringeren Betriebskosten.

EUROPEAN DRONE FORUM 2020 in Berlin – europäischer Fachkongress Unbemannte Luftfahrt UAV Dach e.V.

Montag 12. Oktober 2020
10:00-18:30 Uhr

Fraunhofer-Forum Berlin oder als Online Veranstaltung
Zur Online-Registrierung und Ticketkauf geht es hier

Themen der Veranstaltung:

  • Aktionsplan zu AUS – Erklärung der Politik und Diskussion
  • AUS Betrieb Beyond Visual Line of Sight (BVLOS)
    (Europäische Gesetzgebung, Verständnis des Antragsstellers und der beteiligten Behörden, grenzüberschreitender Flugbetrieb, Qualifikationen der Piloten, Erfahrungsberichte und Erfahrungen aus der Praxis)
  • Flugbetrieb im städtischen Luftraum (UAM)
    (Rechtlicher Rahmen, Überfliegen von bewohnten Gebieten, europäische und internationale Konzepte des U-Raums, Betrieb von UAS im Luftraum des U-Raums, Flugsicherungsdienstleister, gemeinsamer Informationsdienst)
  • Sensordaten für Detektion und Abwehr
    (Bedrohungseinschätzung für Europa, rechtlicher Rahmen, Mehrfachsensor und Abwehr-AUS, Sensorenfusion)