ifeu-Podcast: Was können wir von 30 Jahren Klimaschutz lernen?

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Heidelberg, 8.7.21. Klimapolitik ist heute präsenter denn je. Dabei machen Wissenschaftler*innen bereits seit vielen Jahren mit ihren Ergebnissen darauf aufmerksam, dass die Politik etwas gegen den Klimawandel tun muss. Hans
Hertle vom ifeu – Institut für Energie- und Umweltforschung Heidelberg forscht seit mehr als 30 Jahren zu kommunalem Klimaschutz. Im Podcast „ifeu update“ erzählt er, warum es Fridays for Future für eine Veränderung gebraucht hat und welche Maßnahmen uns in Zukunft wirklich helfen.

„Die Gesellschaft hat sich geändert und sie hat dazu gelernt“, sagt Hans Hertle, Wissenschaftler und Teamleiter am ifeu. Er hat vor mehr als 30 Jahren ein Team zu kommunalem Klimaschutz am ifeu – dem Institut für Energie- und
Umweltforschung – gegründet und berät Kommunen bis heute zu Klimaschutzkonzepten. Stella Schalamon und Marcus Franken, Umweltredakteur*innen bei der Kommunikationsagentur Ahnen&Enkel, haben mit ihm in der neuen Folge von „ifeu update“ einen Blick zurückgeworfen, um für die nächsten 30 Jahre zu lernen.

Wenn er seine Arbeit von früher anschaue, sagt Hertle im Podcast, merke er, dass damals eigentlich schon alles gesagt war. In den letzten Jahren habe Klimapolitik wie „eingefroren“ gewirkt. Dann kam Fridays for Future, ein „Weckruf“.
„Inzwischen rennen uns die Kommunen die Bude ein“, erzählt Hertle. Das sei wichtig, denn die Kommune habe nicht nur eine Verantwortung für die Versorgungssicherheit, sondern auch für eine saubere Zukunft. Man könne aber nicht nur auf die Kommunen gucken, Akteur*innen auf allen Ebenen müssten mitmachen.

Kommunen als Reallabore der Zukunft

Aus seiner Arbeit im kommunalen Klimaschutz hat der Forscher viele Erfahrungen gesammelt, die sich ihm zufolge auch auf die Landes- und Bundesebene anwenden lassen. Kommunen sind für Hertle „Reallabore der Zukunft“ und „Vorreiter“ für die Klimapolitik der Bundesländer und des Bundes. Damit Klimaschutzmaßnahmen umgesetzt werden können, müssen sie nach seinen Erfahrungen von der breiten Masse als positiv angesehen werden. Dafür müsse man die Ängste der Bürger*innen wahrnehmen und ihnen eine Vision geben. „Wenn ich etwa 100 Menschen in so einem Prozess zumindest angesprochen und mit ihnen diskutiert habe, dann wächst das Verständnis für Klimaschutz.“

Sein Team und er arbeiten anhand dieser Akteurs-orientierten Konzepte mit den Kommunen einen Stufenplan für die nächsten Jahre aus. „Wenn wir Glück haben, machen alle mit und nach wenigen Jahren sind die Maßnahmen umsetzt.“ Mit einer sogenannten Klimawirkungsprüfung überprüfen die Wissenschaftler*innen außerdem, ob die Entschlüsse der Kommunen ausreichen, oder ob sie sie optimieren müssen. Eine „Zwickmühle“ sei dabei stets, ob die Wissenschaftler*innen als Moderator*innen des Prozesses innerhalb der Kommune agieren oder als deutliche Verteidiger*innen der Klimaschutzziele. „Wissenschaft ist sehr wichtig, aber die Vernunft ist nicht alles“, schließt Hertle in „ifeu update“.

Das ifeu- Institut für Energie- und Umweltforschung in Heidelberg zählt zu den bedeutenden ökologisch ausgerichteten Forschungsinstituten in Deutschland. Wissenschaftler*innen forschen dort seit über vierzig Jahren zu Umwelt- und Nachhaltigkeitsthemen. In „ifeu update“ berichten sie interessierten Verbraucher*innen einmal monatlich über ihre Forschung, geben Einblicke in ihre Studien und ordnen aktuelle Ereignisse aus der Klimapolitik ein.

Der Podcast kann über die Webseite des ifeus, Spotify, Google und Apple Podcasts sowie auf Youtube angehört und abonniert werden.

Pressekontakt:

ifeu Heidelberg
Fabienne Wolf
Telefon: 06221-476 742
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