Indiens Milliardäre drängen in den Markt

Ende August hat die indische Regierung neue, liberale Richtlinien für den Einsatz von Drohnen bekannt gegeben. Indien soll so zur Wiege der Drohneninnovation werden. Auch Indiens Milliardäre steigen ein.

Zwei Flugtaxi-Startups von der Ostküste Indiens stehen schon in den Startlöchern. Das Unternehmen Vinata Aeromobility gab bekannt bei der Londoner Helitech Expo 2021 ein autonom fliegendes Auto mit Hybrid-Antrieb zu präsentieren. Das Flugauto wird zwei Sitze, eine Reichweite von 100 km und eine Reisegeschwindigkeit von bis zu 120 km pro Stunde haben.

„Das Interessanteste an diesem fliegenden Auto ist, dass es mit Hybridantrieb betrieben wird, sowohl mit elektrischem als auch mit nachhaltigem Biokraftstoff“, sagt Yogesh Ramanathan, Gründer von Vinata gegenüber mintlounge.

Auch Satya Chakravarthy und sein Team wollen mit der ePlane Company erschwingliche Flugtaxis entwickeln. Das Unternehmen schließt gerade die Designphase des „e200“ ab, im Frühjahr 2022 soll der erste Prototyp fertig sein. Das zweisitzige Flugzeug hat eine Reichweite von 200 km und eine maximale Geschwindigkeit von 160 km pro Stunde.

„Wir haben mit einer Grundfläche von 4×4 Metern das kompakteste eVTOL-Fahrzeug der Welt. Das heißt, wir können überall starten und landen: Auf Dächern von Wohnkomplexen, Hochhäusern, den Vorgärten urbaner Wohnhäuser und Büros mitten in den Städten“, erklärt Chakravarthy gegenüber mintlounge

Laut Forbes haben auch einige indische Milliardäre das Marktpotenzial erkannt und sich Anteile an Drohnenfirmen gesichert. So hält der Milliardär Mukesh Ambani eine Mehrheitsbeteiligung am Drohnenhersteller Asteria Aerospace, der Drohnen mit einem Gewicht von 2 bis 15 Kilo entwickelt. Indiens zweitreichste Person Gautam Adani stellt mit dem israelischen Unternehmen Elbit Systems unbemannte Drohnen in Südindien her.

Mit den neuen indischen Drohnen-Regelungen sind weniger Genehmigungen nötig, die Gebühren wurden reduziert und es werden Zonen eingerichtet, in denen keine Flugerlaubnis nötig ist. Smit Shah, Direktor der Branchenorganisation Drone Federation of India, sieht in den nächsten fünf Jahren ein Marktpotenzial von fast 7 Milliarden Dollar.

Drohnen retten die irische Fisch-Population

Irlands Fischereibehörde berichtet, dass der illegale Fischfang 2020 stark zunahm. Unbemannte Drohnenpatrouillen spielen bei der Kontrolle schwer zugänglicher Bereiche eine wichtige Rolle.

Dr. Greg Forde, Operationsleiter bei Inland Fisheries Ireland, sagte gegenüber dem Offaly Express: „Wir haben die Anzahl unsere Drohnenflüge 2020 verdoppelt und können so bestimmte Geländearten besser überprüfen. Zusammen mit Hitzeerkennungs- und Überwachungsgeräten sind Drohnen im Kampf gegen die illegale Fischerei hier in Irland von entscheidender Bedeutung.“

In ihrem jüngsten Bericht vermeldet die Fischereibehörde, dass der illegale Fischfang während der Corona-Pandemie zunahm. Verfahren, Verwarnungen und Beschlagnahmungen im Zusammenhang mit fischereibezogenen Straftaten nahmen im Vergleich zum Vorjahr deutlich zu.

Interview: Drohnen-Anwalt Schulman sagt Ade

Drohnen-Anwalt Brendan Schulman verlässt nach sechs Jahren den Hersteller DJI und wechselte zu Boston Dynamics. Schulman gilt als Fürsprecher der Branche und setzte sich weltweit für die Sicherheit von Drohnen und die Rechte von Drohnenbetreibern ein.

Im Interview mit DroneDJ resümiert er: „Vor einem Jahrzehnt konnte sich niemand vorstellen, dass zivile Drohnen Leben retten würden. Pionieren wurde sogar unterstellt ihre Arbeit sei rechtswidrig. Inzwischen ermöglichen Vorschriften die breite Anwendung von Drohnen. Während meiner Amtszeit konnte ich dazu beitragen, dass viele Bedenken und Ängste ausgeräumt werden konnten.“

Das ganze Interview zur Zukunft der Branche, den Sinn und Unsinn von Drohnenbestimmungen und warum Schulman sich nun der Bodenrobotik widmet, gibt es hier zu lesen (englisch).

Mönchengladbach und die Flugtaxis

Der Flughafen von Mönchengladbach wird zur Basis von Flugtaxi-Testflügen. Die ersten Flüge unter Realbedingungen finden im September statt und führen quer durch die Stadt bis zum Stadion.

Wie können neue Flugobjekte sicher in den Luftraum integriert werden? Dazu starten der Flughafen Mönchengladbach und das Forschungsprojekt SkyCab nun erste Testflüge. Die spätere Flugführung wird derzeit von einer Drohne getestet.

Flughafen-Geschäftsführer Dr. Ulrich Schückhaus sieht in Mönchengladbach große Chancen für den Lufttaximarkt. Er erklärt gegenüber rp-online, dass die Forschung ein wichtiger Innovations- und Wachstumsmotor für die Region und „Flugtaxis eine saubere Ergänzung in städtischen Verkehrskonzepten“ seien.

Unter dem Motto „Science. Not Fiction.“ hat sich das Forschungsprojekt SkyCab das Ziel gesetzt wissenschaftliche Antworten in der öffentlichen Diskussion über den Nutzen von Flugtaxis liefern. Im Realtestlabor Mönchengladbach wird bis 2022 erforscht, wie unbemannte, elektrische Flugobjekte insbesondere in Ballungsräumen integriert werden können.

Drohnenkunst: Die Faszination der Vogelperspektive

Gleich zwei Wettbewerbe mit Drohnenaufnahmen küren im September ihre Gewinner: Das Peugeot Drohnen-Film-Festival und der Drohnen-Foto-Award.

Für die siebte Ausgabe des Drohnen-Foto-Awards wurden rund 14.000 Beiträge aus über 100 Ländern eingereicht. Der norwegische Fotograf Terje Kolaas gewann den Preis mit seinem Bild ‚Pink-Footed Geese Meeting the Winter‘. Hier geht’s zu den Gewinnern aller Kategorien.

Das 4. Drohnen-Film-Festival zeichnete seine Gewinner am 11. September in Frankfurt aus. Mehr als 800 Einsender bewarben sich für die Kategorien Story Telling, Landscape, Sports und Experimental. Neue Kategorien waren in diesem Jahr Instagram und Autonomy.

Der französische Filmemacher Stéphane Couchoud konnte sich mit seinem Film „FPV Drone vs. Rollercoaster“ gegen die Mitbewerber durchsetzen. Die Aufnahmen zeigen rasante Achterbahn-Verfolgungsjagden.

Erste Testflüge im Hafen: U-Space Hamburg in Betrieb

Das Drohnen-Reallabor im Hamburger Hafen startet mit den ersten Flügen. Der U-Space ist nach eigenen Angaben das erste deutsche Testfeld, um das Zusammenspiel zwischen unbemannter und bemannter Luftfahrt zu erforschen.

Am 14. September 2021 nahm das U-Space Reallabor im Hamburger Hafen seine Arbeit auf. Die erste Test-Drohne stieg in die Luft und sendete Informationen aus dem Luftraum an einen Überwachungsmonitor.
„Mit dem Start der Testflüge zünden wir heute den Innovations-Turbo und setzen uns an die Weltspitze für den sicheren Betrieb der unbemannten Luftfahrt“ wird Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer auf der Seite des Projektkoordinators Droniq GmbH zitiert.

Das Projekt wird mit 500.000 Euro vom Bundesverkehrsministerium gefördert und ist Teil von Scheuers Drohnen-Aktionsplans.

Sony greift den Marktführer DJI an

Der Foto- und Videokamera-Hersteller Sony plant für Oktober den Einstieg in den Drohnenmarkt. Bisher dominiert der chinesischen Anbieter DJI das Feld.

Airpeak heißt die Marke, mit der Sony bald den erdnahen Luftraum erobern will. Der Fokus des Konzerns liegt auf mittel- bis hochpreisigen Drohnen. Die Einstiegsdrohne soll laut NZZ 8.000 € kosten und in der Lage sein schwere Kamerasysteme zu transportieren. Danach sollen Vermessungs-, Wartungs- und Lieferdrohnen folgen.

Beim Markteinstieg kommt Sony Japans Drohnen- und Flugautostrategie zugute. Die Regierung unterstützt Drohnen-Unternehmen insbesondere in der Frühphase. Die technischen Fähigkeiten des Konzerns in den Bereichen KI, Sensorik und Robotik sind ebenso von Vorteil.

Einfallsreichtum und Ausdauer auf dem Mars

Seit Februar ist die Helikopterdrohne Ingenuity (deutsch: Einfallsreichtum) auf dem Mars unterwegs. Sie weist dem Rover Perseverance (deutsch: Ausdauer) den Weg und liefert Bildmaterial aus der Luft. Mittlerweile hat sie mehr Flüge absolviert als von den Erbauern geplant.

Ursprünglich hatte die NASA auf fünf Flüge mit der Ingenuity gehofft. Anfang September startete sie bereits ihren 13ten. Der kleine Helikopter flog mit einer Geschwindigkeit von 3,3 Metern pro Sekunde über die Region South Seitah und machte eine Vielzahl von Bildern.

Mit jedem Flug wurden die Erbauer mutiger und schickten den Helikopter höher und weiter. Nach Flug Nummer 5 verließ die Drohne das angedachte Flugfeld und leistet seitdem Aufklärungsarbeit auf dem roten Planeten. Durch die Flugfähigkeit erreicht sie Regionen, die für den Rover nicht zugänglich sind. Das Team der NASA nutzt das so gewonnene Bildmaterial, um die Routen des Rovers zu planen oder um Felsen zu finden, die Perseverance für Gesteinsproben anbohren kann.

Auf dieser Karte sind die aktuellen Standorte von Rover und Drohne zu sehen.

Wingcopter verleiht Blutproben Flügel

Der hessische Drohnen-Hersteller Wingcopter transportierte kürzlich testweise Blutproben über eine Strecke von 26 Kilometern. Das gemeinsame Projekt mit der Uniklinik Greifswald und der DRF-Luftrettung hat zum Ziel, die medizinische Notfallversorgung im ländlichen Raum zu verbessern.

Der Testflug des Wingcopters führte vom Kreiskrankenhaus Wolgast zum Uniklinikum in Greifswald. Er transportierte Blutproben mit einem Gewicht von 250 Gramm und war mit durchschnittlich 18 Minuten doppelt so schnell wie ein Transport am Boden. Diese Zeitersparnis könnte über Leben und Tod entscheiden. Im Fall einer Bluttransfusion müssten beispielsweise Proben aus dem Krankenhaus in Wolgast zur Analyse nach Greifswald geschickt werden, um geeignetes Spenderblut zu bestimmen.

„Mit diesem Projekt haben wir gezeigt, dass wir auch in ländlichen Gebieten in Deutschland die medizinische Versorgung und Lebensqualität verbessern können.“, meint Ansgar Kadura, CSO von Wingcopter.

Die Uniklinik Greifswald möchte eine dauerhafte Flugverbindung zwischen den Krankenhäusern der Region etablieren, um nicht nur Bluttransfusionen, sondern beispielsweise auch Defibrillatoren zum Unfallort transportieren zu können.

Das Projekt erhielt Förderung vom Land Mecklenburg-Vorpommern, da die Integration von Drohnen in die medizinische Notfallversorgung in dem Flächenland mit teils strukturschwachen Regionen von besonderem Interesse ist.

Fliegende Blindenhunde

Forscher des Karlsruher Instituts für Technologie haben KI mit semantischer Bildsegmentierung und einer Drohne kombiniert. Das Ergebnis ist ein fliegender Blindenhund.

Sehbeeinträchtigte Menschen sollen die Drohne wie einen Hund an der Leine halten. Die Drohne scannt mit ihrer Kamera die Umgebung und führt den Menschen an Hindernissen vorbei. Ein Knochenleitungs-Headset ergänzt zusätzlich mit auditiven Informationen. Der Algorithmus für die KI-Navigation läuft auf einem Laptop im Rucksack der sehbeeinträchtigten Person.
Erste Test seien erfolgreich verlaufen. Optimierungspotential sehen die Forscher in größeren Drohnen, die dem Wind besser standhalten können, zusätzlicher Akku-Laufzeit für das Laptop und einer leistungsstärkeren Bildverarbeitung für die KI.

Kostenlose Software für Hurrikan-Region

Die Drohnen-Kartierungsplattform DroneDeploay bietet ihre Software in Regionen, die von Hurrikan Ida betroffen sind, kostenlos an.

Das Unternehmen kündigte auf Twitter an, dass alle Organisationen, die an Drohnen-Einsätzen in der Region beteiligt sind, kostenlosen Software-Zugang erhalten.

Das Ziel des kalifornischen Unternehmens ist es Drohnenaufnahmen für eine breite Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Es ist außerdem für das führende Cloud-Softwareprogramm für kommerzielle Drohnen verantwortlich. Die Software wird in mehr als 180 Ländern weltweit eingesetzt, und die Kunden des Unternehmens haben bereits 200 Millionen Hektar Land kartiert.

03.10.21: Drohnenshow in Halle (Saale)

Die diesjährige EinheitsExpo zum Tag der Deutschen Einheit ist in Halle (Saale) zu Gast. Zum Abschluss der Feierlichkeiten ist eine Drohnenshow geplant.

Wann? 03. Oktober 2021
Wo? Burg Giebichenstein, Halle

Die Zuschauerzahl richtet sich nach der Inzidenz.

15.11.21: European Drone Forum

Der Verband für unbemannte Luftfahrt UAV DACH e.V. bietet das diesjährige EUROPEAN DRONE FORUM als eine kombinierte Veranstaltung an, sowohl online als auch face-to-face. Renommierte Experten aus Politik, Wirtschaft, Gesetzgebung, Forschung und Entwicklung geben aktuelle Branchen-Einblicke.

Wann? 15. November 2021
Wo? Dorint Messe Köln & Internet

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