IPCC-Bericht drängt auf Geschwindigkeit – „Sachsen wird Verantwortung beim Klimaschutz nicht gerecht“

Schon heute spüren wir in Sachsen die Folgen des Klimawandels. Das Verfehlen des 1,5-Grad-Ziels hätte irreversible Auswirkungen auf die ökologischen Systeme und wäre eine existenzielle Bedrohung für die Menschheit. Anlässlich des aktuellen Berichtentwurfs des Weltklimarats IPCC fordert der Bundesverband WindEnergie (BWE) in Sachsen die Landesregierung auf, mehr Verantwortung für den Schutz des Klimas zu übernehmen.

Leipzig, 01.07.2021: „In Sachsen werden derzeit mehr Windenergieanlagen abgebaut als neue errichtet“, betont Prof. Martin Maslaton, Landesvorsitzender des BWE Sachsen. „Für echten Klimaschutz müssen die Ziele, die im Koalitionsvertrag und auch im Energie- und Klimaprogramm (EKP) für den Ausbau der Windenergie festgesetzt sind, auch umgesetzt werden. Ohne Flächen, die dafür ausgewiesen werden, können wir in Sachsen allerdings keine Windenergieanlagen bauen“, so Maslaton weiter.

„Wenn jeder die Verantwortung auf andere schiebt, kommen wir beim Klimaschutz nicht weiter“, sagt Maslaton. Das gelte global genauso wie regional. „Wir müssen jetzt handeln: Die Landesregierung muss sich ihrer Verantwortung stellen und aufzeigen, wie der notwendige Zubau von erneuerbaren Energien möglich gemacht werden soll.“

Hintergrund: Schon heute beobachten wir in Sachsen die Folgen des Klimawandels (vgl. Klimafolgen-Monitoring des Landes Sachsen). So leidet durch den zunehmenden Wechsel von Starkregen und Trockenperioden die Qualität des Grundwassers, Trockenheit und Schädlingsbefall setzen den Wäldern zu. In der Landwirtschaft steigt das Risiko von
Ertragsausfällen, bis 2050 könnte es „sehr hoch“ sein (vgl. „Projektion des Ertragsausfallrisikos für Sachsen bis 2050“ des Landes Sachsen). Windenergie verringert den Ausstoß von Klimagasen wie CO2 im Vergleich zu fossilen Energieträgern und hilft damit, das Klima zu schützen.

Die französische Nachrichtenagentur AFP hat in der vergangenen Woche Auszüge aus dem Berichtsentwurf des Weltklimarats IPCC (Intergovernmental Panel on Climate Change) veröffentlicht. Der Weltklimarat sieht demnach die Lebensgrundlagen der Menschheit in Gefahr, wenn es nicht gelingt, das 1,5-Grad-Ziel zu erreichen. Die IPCC-Berichte werden von tausenden Wissenschaftlern zusammengestellt, darunter neben Klima- und Meeresforschern auch Ökonomen, Statistiker und Gesundheitsexperten. Dem IPCC gehören 195 Staaten an.

Kontakt
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