Kompetenznachweis A1/A3: Online-Prüfung bis Mitte 2021 kostenlos

Seit dem ersten Januar 2021 gilt die EU-Regelung für Drohnen ab 250 Gramm: auch Hobbypiloten müssen einen Drohnenführerschein erwerben, wenn sie eine Drohne fliegen lassen wollen

Die Prüfung kostet normalerweise 25 Euro. Doch wer die Prüfung bis voraussichtlich Mitte 2021 ablegt, spart die Gebühr. Der Grund: die Kostenverordnung des Luftfahrtbundesamts (LBA) wurde noch nicht an das neue EU-Recht angepasst.

Auch für Drohnenbesitzer, die bereits einen deutschen Kenntnisnachweis zum Führen einer Drohne haben, lohnt es sich die Prüfung schon jetzt abzulegen. Denn für die „Umwandlung“ des alten Nachweises in den Kompetenznachweis A1/A3 (ab dem dritten Quartal 2021), müssen Piloten 50 Euro zahlen.

Die Prüfung besteht aus 40 Multiple-Choice Fragen. Innerhalb von 45 Minuten müssen 75 Prozent der Fragen richtig beantwortet werden. Bei erfolgreichem Bestehen wird der Kompetenznachweis als PDF-Datei ausgestellt. Eine Online-Überprüfung der Identität gibt es nicht.

Zu leicht und manipulierbar

Das Nachrichtenportal „heise online“ nennt die Prüfung einen Witz. Sie sei viel zu einfach, leicht zu manipulieren und der Lerneffekt sei minimal.

Das LBA wehrt sich gegen diese Vorwürfe. Behördensprecher Carsten Konzock argumentiert, dass die angehenden Drohnenpiloten sogar strenger kontrolliert werden als es die EU-Verordnung verlangt:

„Man hätte einfach einige Tafeln ins Internet stellen können, die der Anwender durchflippt“, sagt Konzock. „Das wollten wir nicht. Es gehe darum, dass sich angehende Drohnenpiloten mit der Materie befassen, mit dem sanften Druck einer Prüfung am Ende.“

Auch sollen keine weiteren Maßnahmen gegen Betrugsversuche ergriffen werden. Das LBA schätzt die Gefahr als extrem gering ein. Auch der Deutsche Modellflieger-Verband (DMFV) hält die Idee eines Führerscheins für Hobbypiloten für grundsätzlich richtig. Es gehe vor allem darum, dass die Piloten die allgemeinen Spielregeln am Himmel kennen. Bei Verstößen drohen Geldstrafen von bis zu 50.000 Euro. 
 

Frankreich: Datenschutzbehörde kritisiert Drohneneinsatz

Die französische Datenschutzbehörde CNIL hat das Pariser Innenministerium zur Ordnung gerufen. Drohnen zur Überwachung der Ausgangsbeschränkungen seien außerhalb des gesetzlichen Rahmens genutzt worden

CNIL kritisiert, dass die Passanten auf den Bildern erkennbar seien und dass die Bevölkerung nicht ausreichend über den Einsatz informiert wurde. Zwar gilt seit 2020 eine Pflicht Gesichter zu verpixeln, allerdings würde dies nicht schnell genug umgesetzt, so das CNIL. Die Behörde fordert das Innenministerium daher auf den Einsatz von Drohnen sofort zu beenden, bis eine klare Rechtsgrundlage für den Schutz der Persönlichkeitsrechte geschaffen wird.

Bereits im ersten Lockdown wurde der Pariser Polizei verboten die Drohnen einzusetzen, da die Aufnahmen der Identifizierung von Personen ermöglicht. Laut Angaben des Innenministeriums wurde die Ermahnung zur Kenntnis genommen. Das CNIL kann selbst weder rechtlichen Schritte einleiten noch Bußgelder verhängen.  

FAA: Neue Regeln für kommerzielle Drohnenlieferungen

Mit den neuen Regeln ebnet die Federal Aviation Administration (FAA) den Weg für kommerzielle Lieferungen. Kleinere Drohnen dürfen nachts und über Menschen fliegen

„Die neuen Regeln machen Platz für die weitere Integration von Drohnen in unseren Luftraum, indem sie Sicherheitslücken berücksichtigen“, sagt FAA-Mitarbeiter Steve Dickson.

Die neuen Regeln beinhalten die Fernidentifizierung (Remote-Identification) der Drohnen, welche die ID und die Ermittlung des Standorts beinhaltet. So soll das Risiko von Zusammenstößen mit anderen Flugzeugen oder Objekten am Boden verringern. Durch den Beschluss gibt es außerdem die Möglichkeit für Lieferdienste Drohnen nachts und über Personen fliegen zu lassen.

Die FAA gibt Drohnenherstellern insgesamt 18 Monate Zeit, um mit der Produktion von Drohnen mit Remote-ID zu beginnen und ein zusätzliches Jahr sie einzusetzen.

Drohne kracht in die Berliner Gedächtniskirche

Obwohl Drohnenflüge rund um den Breitscheidplatz verboten sind, musste die Feuerwehr in Berlin ausrücken. Dem Hobbypiloten drohen hohe Strafen

Gegen ein Uhr morgens ist die Drohne über den Breitscheidplatz gesurrt bevor die Drohne in den Glockenturm der Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche krachte.

Der Besitzer konnte die Drohne nicht selbst herausmanövrieren und musste die Feuerwehr rufen. Kurz danach erschien auch die Polizei zu dem Großeinsatz.

Insgesamt drei Versuche waren nötig, um die Drohne in 37 Metern Höhe aus dem Turm zu entfernen. Alle Verkehrswege, rund um den Unfallort wurden weitläufig gesperrt.

Über dem gesamten Platz gilt eine Flugverbotszone. Dem Drohnenpiloten drohen jetzt Anzeigen, unter anderem wegen Verstoßes gegen das Bundesluftfahrgesetz und gefährlichen Eingriffs in den Flugverkehr. Laut Aussage der Berliner Polizei wird er zudem die Kosten des Einsatzes tragen müssen.

Drohnen statt Böller

Die Grünen-Fraktion in Wiesbaden fordert ein Ende der Silvester Feuerwerke. Stattdessen sollen Drohnen den Himmel zum Leuchten bringen

Ab 2021 sollen Drohnen die alljährigen Silvester-Feuerwerke ersetzen. Das ist zumindest der Plan der Grünen-Fraktion in Wiesbaden. Feuerwerke verängstigen die Tiere, gesundheitsschädliche Stoffe werden freigesetzt und es entsteht zu viel Feinstaub, lautet die Argumentation von Ronny Maritzen, umweltpolitischer Sprecher der Fraktion. Außerdem führen Feuerwerkskörper jedes Jahr zu schlimmen Unfällen mit Toten und Verletzten, die die Notaufnahmen jedes Jahr stark belasten.

Vorbild für die alljährliche Drohnenshow sind für die Grünen Länder wie China oder Singapur. Laut Maritzen sind Drohnenshows „das Feuerwerk der Zukunft“.

Wie ein Cowboy aus Israel die Viehzucht revolutionieren will

Noam Azran, selbsternannter Cowboy aus Israel ist sich sicher, dass sein Start-up „BeeFree Agro“ die Viehzucht ins 21. Jahrhundert bringen wird

Seit sechs Jahren benutzt Azran Drohnen, um große Weideflächen möglichst wirtschaftlich zu betreiben.

„Ziemlich schnell stellte ich fest, dass es eine Wechselwirkung zwischen den Kühen und der Drohne gibt“, sagt Azran im Interview mit CNN. Die Drohne wird von den Kühen als Bedrohung angesehen. „Für sie ist ein Raubtier ein Raubtier. Es ist egal, ob es ein Cowboy auf einem Pferd, ein Herdenhund oder eine Drohne ist“. Dieser Instinkt macht es möglich die Rinder mit der Drohne über die Weiden zu treiben.

Per App wählen die Viehzüchter das Ziel aus, an das die Tiere gelangen, sollen. Die Drohne erledigt den Rest. Sie kartiert die Rinder, plant die Route und treibt die Herde zum Zielort. Laut Azran kann eine einzelne Drohne so bis zu 1.000 Tiere ohne menschliche Hilfe kontrollieren.

Weniger Drohnen an deutschen Flughäfen

Im Jahr 2020 wurden insgesamt weniger illegale Drohnen an deutschen Flughäfen gesichtet als im Vorjahr

Die Deutsche Flugsicherung (DFS) registrierte im Jahr 2020 insgesamt 92 Behinderungen durch illegales Eindringen von Drohnen. Zum Vergleich: im Jahr 2019 waren es satte 125.

Allerdings sei die Zahl im Vergleich zum geringen Flugverkehr weniger stark gesunken. In Frankfurt wurden mit 24 Fällen mit Abstand die meisten Drohnen gesichtet. Darauf folgen Hamburg mit zehn und Berlin-Tegel mit acht Sichtungen. In München und Frankfurt wurden bereits mehrere Systeme zur Drohnenabwehr erfolgreich getestet. Entsprechende Aufträge sollen bald folgen.

Neues Drohnen-Konzept aus dem Haus Cadillac

Der US-Amerikanische Autobauer Cadillac hat auf der Consumer Electronics Show (CES) ein neues Drohnen-Konzept vorgestellt

Das Fahrzeug „Vertical Take-off and Landing Concept” (VTOL) von Cadillac ist eine Drohne mit nur einem einzigen Sitzplatz. Dabei soll Cadillacs VZOL niemals in Berührung mit der Straße kommen, sondern ausschließlich auf ausgewählten Standorten wie Wolkenkratzern oder Parkhausdächern starten und landen.

Obwohl das VTOL eine Geschwindigkeit von bis zu 90 km/h erreicht wird es nach Einschätzungen wahrscheinlich nur für kurze, innerstädtische Distanzen reichen. Mehr gibt der Akku mit 90 Kilowatt nicht her. Allerdings gab es von Cadillac noch keine genaueren Informationen zur Laufzeit und Reichweite.

Wie Drohnen trotz Motorausfall weiterfliegen

Robotik-Forschende der Universität Zürich zeigen wie Drohnen vor dem Absturz bewahrt werden, sollte einer von vier Rotoren ausfallen. Dank eingebauten Kameras fliegen die Drohnen auch ohne GPS stabil weiter

Für Drohnen mit vier Propellern bedeutet ein Ausfall eines einzigen Motors ein ernstes Problem. Funktionieren nur drei Rotoren, verliert die Drohne an Stabilität und stürzt unweigerlich ab – es sei denn, eine Notsteuerung setzt ein.

Forschende der Universität Zürich und der Delft University of Technology haben nun eine Lösung dafür gefunden: Fällt ein Rotor plötzlich aus, können die Informationen von eingebauten Sensoren genutzt werden, um die Drohne zu stabilisieren und sie autonom weiterfliegen zu lassen.

„Wenn ein Rotor ausfällt fängt die Drohne an sich wie eine Ballerina, um sich selbst zu drehen“, sagt Davide Scaramuzza, Leiter der Gruppe für Robotik und Wahrnehmung der Universität Zürich (UZH).

„Die schnelle Rotationsbewegung führt dazu, dass herkömmliche Steuerungen versagen. Es sei denn, die Drohne hat Zugang zu sehr genauen Positionsmessungen“. Sobald die Drohne ins Trudeln gerät, kann sie ihre Position im Raum nicht mehr ermitteln und stürzt ab. Doch nicht in allen Umgebungen können entsprechende Signale empfangen werden. Statt sich auf eine GPS-Messung zu verlassen, nutzen die Wissenschaftler vielmehr die visuellen Informationen von mehreren eingebauten Kameras.

Das Team hat zudem Algorithmen entwickelt, die Informationen von zwei Sensoren kombinieren, um die Position der Drohne in der Umgebung zu verfolgen. So kann der Bordcomputer die Drohne steuern, während sie nur mit drei Rotoren fliegt – und sich dabei ständig dreht.
 

Analoge-Kunst trifft Drohnen-Video

In Zeiten, in denen angesichts der Corona-Pandemie vielerorts auch ein Museumsbesuch nicht möglich ist, ist das Projekt der Malerin ANTOINETTE und des Drohnen-Piloten Louis Richter ein Lichtblick für Kunstliebhaber. Das Video liefert Bilderwelten zur gigantischen Bleistiftzeichnung bestehend aus 13 Tafeln mit dem Namen „Altar der Europa“

Europa ist das Thema der Leipziger Malerin ANTOINETTE. Im Merseburger Schloss-Garten-Salon setzte die Künstlerin schließlich die letzten Striche ihrer dreijährigen Arbeit am „Altar der Europa“ – einer fünf Meter hohen und 20 Meter breiten Zeichnung aus Bleistift auf Papier. „1500 Bleistifte sind dafür draufgegangen“, wie die 64-Jährige vor Kurzem in einem dpa-Interview verriet. Entstanden ist der Altar, den sie ihr „wichtigstes Werk überhaupt“ nennt, auf einer Europareise. Wien, Prag, Leipzig und Görlitz waren die Stationen.

SKY-HIGH VISION: Die Zukunft der Drohnenlieferung

11-12 Februar 2021 
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Viele Lieferketten wurden bereits digitalisiert und auch Drohnen spielen eine immer größere Rolle, wenn es um Lieferungen geht. Auch viele Technologiegiganten arbeiten an Lösungen und Strategien um Drohnen in Zukunft als Lieferanten einzusetzen. Doch Vorschriften und etablierte Strukturen verlangsamen die Entwicklung.

Bei der kostenlosen Online-Veranstaltung Sky-High Vision haben Sie die Möglichkeit mit Expertinnen und Experten, über die Herausforderungen und die Zukunft der Drohnenlieferung.