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„Mit Gesetzgebung und Umsetzung ist am Markt keiner zufrieden“

„Mit Gesetzgebung und Umsetzung ist am Markt keiner zufrieden“

Nachgefragt bei bei Flynex-Gründer Andreas Dunsch
Flynex-Gründer Andreas DunschHerr Dunsch, warum haben Sie 2015 Ihr eigenes Unternehmen gegründet?
Meine Mitgründer und ich haben schon mehrfach gesehen, dass Unternehmen nicht wussten, wie sie die Drohnen, die sie gekauft hatten, einsetzen konnten. Sie hatten teilweise für mehrere Hunderttausend Euro Geräte gekauft und konnten sie dann nicht nutzen. Wir hatten schon praktische Erfahrung mit Drohnen gesammelt und dachten: da können wir helfen.

Sie sind jetzt also ganz nah dran an Drohnenpiloten. Was haben die derzeit an der rechtlichen Situation auszusetzen?
Wir merken, dass mit Gesetzgebung und Umsetzung keiner am Markt zufrieden ist. Es hapert an der Umsetzung bestimmter Auflagen. Räume mit Betriebsverboten sind zum Beispiel nicht klar spezifiziert. Was ist denn nun eine Anlage für Energieerzeugung? Schwierig ist auch für alle Betreiber, dass auf Länderebene die Gesetzeslage immer unterschiedlich interpretiert wird, so dass es für den Nutzer extrem kompliziert wird. Harmonisiert ist leider gar nichts. Wann gilt wo welches Verbot? Das müsste ganz klar sein.

Ganz grundsätzlich halte ich schon einmal die Verortung der Regulierung von Drohnenthemen im Bereich Luftfahrt für fragwürdig. Viele Luftfahrtthemen sind für unbemannte Luftfahrzeuge zum heutigen Zeitpunkt völlig irrelevant. Jedoch wird versucht Analogien aufzubauen, welche technisch und operativ die Luftfahrt höchstens tangieren. Da sehe ich eine große Diskrepanz zwischen rechtlicher Zuordnung und operativer Realität.

Gibt es Ihrer Meinung nach auch eine Diskrepanz zwischen dem technisch Möglichen und dem rechtlich Erlaubten?
Eindeutig. Bestes Beispiel dafür sind Flüge außerhalb der Sichtweite. Die sind technisch absolut möglich und auch sicher. Erlaubt sind sie aber nicht. Die erlassenen Auflagen haben mit der Realität nichts zu tun und erzeugen nur bürokratische Monster. Ich sehe das kritisch. Wenn man heute das Fahrrad erfinden würde, dürfte man es nicht auf den Markt bringen, weil es ein instabiles System ohne Knautschzonen ist. Die Gesetzgeber sind hypersensitiv und sollten sich einmal mit der operativen Wirklichkeit auseinandersetzen.

Was machen Drohnenpiloten, wenn Auflagen nicht genau definiert sind? Fliegen sie einfach drauflos?
Nein, wir machen die Erfahrung, dass die Nutzer sich an Auflagen halten möchten. Manch ein UAV-Pilot hatte schon eine Strafanzeige oder ein Bußgeldverfahren am Hals und war dann erleichtert, als er von unseren Karten erfahren hat. Auch wir bieten keine Pauschallösung auf rechtlicher Ebene, aber wir sensibilisieren für das Thema und bieten Checklisten an.

Aber die Piloten sind nicht die einzigen, die überfordert sind. Rufen sie zum Beispiel beim Landkreis an, um zu erfahren, ob auf einem Naturschutzgebiet Betriebsverbot herrscht, sind sich die Beamten selbst oft nicht sicher. Sie wissen dann nicht, ob sie eine Genehmigung erteilen sollten oder nicht.

Was bietet Flynex eigentlich an?
Flynex bietet drei unterschiedliche Produkte:

  • Software für Piloten
  • Projektmanagement- und Aufstiegsplanungssoftware für Unternehmen, die Drohnen nutzen
  • und einen Geoinformationsdienst über Lufträume und Auflagen für Unternehmen, die Geodaten verarbeiten oder auf Kartenbasis eigene Produkte entwickeln wollen.

Mit diesen Daten bieten wir außerdem noch ein kostenloses Tool für alle, die unbemannte Luftfahrzeuge nutzen: Map2Fly. Da kann jeder nachschauen, wo er oder sie eine Drohne grundsätzlich fliegen kann, ob es rechtliche Auflagen gibt und man kann direkt Flüge planen.

Und was macht Flynex, neben der bereits längeren Erfahrung seit 2015, besonders?
Wir sind das einzige Unternehmen, das nur offizielle Daten nutzt und sind das meistgenutzte Tool, um sich über rechtliche Auflagen zu informieren. Unternehmen können mit unserer Software mehrere Projekte gleichzeitig verwalten und Ihren Workflow anlegen. Drohnenaufstiege können dann nicht nur bei den zuständigen Behörden angemeldet, sondern auch Projekte und Daten mit Kooperationspartnern geteilt werden.

Vielen Dank für das Gespräch!

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