US-Kongress kippt Verbot für chinesische Drohnen

In den USA gab es einen weiteren Etappensieg für Drohnenhersteller aus Drittstaaten. Der US-Kongress hat sich gegen eine schärfere Version National Defense Authorization Act (NDAA) ausgesprochen

Das Verbot hätte weitreichende Folgen. Denn selbst US-Drohnenhersteller beziehen ihre Bauteile teilweise aus China. Die Version des NDAA die im Senat vorgelegt und abgenickt wurde, enthielt ein solches Verbot für Drohnen aus betroffenen Drittländern hingegen nicht.  

Durch den Konflikt zwischen Repräsentantenhaus und Senat wurde ein spezielles Komitee eingesetzt, das die Streitpunkte abwägen und beilegen sollte. Als Ergebnis steht nun eine Version des NDAA, die das Herkunftsland nicht mehr enthält. Ein blankes Abstellen des Verbotes auf ganze Länder wie China und Regionen sei wenig effektiv und zu weitreichend in den Konsequenzen.

Für den Weltmarktführer DJI aber auch für viele US-Behörden dürften dies sehr gute Neuigkeiten sein. Der Hauptteil der US-Drohnenflotte stammt aus der Produktion des chinesischen Drohnenherstellers.

Eine Brücke, ein Rechtsstreit und ein Urteil

In Frankfurt war die „Lahntalbrücke Limburg“ Gegenstand eines Rechtsstreits. Ein Fotograf hat mit einer Drohne kommerzielle Bilder geschossen und diese ins Internet gestellt. Eine Klage aufgrund urheberrechtlicher Ansprüche hat das  Landgericht  Frankfurt abgewiesen: Die Brücke fällt unter die Panoramafreiheit

Für Gebäude, Kunst und Kunstwerke im öffentlichen Raum, gibt es unter speziellen Voraussetzungen grünes Licht für eine bildliche Wiedergabe und kommerzielle Verwertung. Ermöglicht wird das durch ein rechtliches Konstrukt, das das Urheberrecht einschränkt. Die sogenannte Panoramafreiheit (auch Straßenbildfreiheit genannt). Die Panoramafreiheit nach § 59 UrhG erlaubt es Fotografen ausgewählte Objekte abzulichten, davon Kopien zu erstellen und diese zu verkaufen. Sie sind laut Gericht im gewissen Sinne Allgemeingut.     

Die Panoramafreiheit gilt auch für Drohnen

„Bei der richtlinienkonformen Auslegung muss auch die technische Entwicklung der letzten Jahre berücksichtigt werden“, urteilte das Landgericht Frankfurt.

Das bis in die 90er geltende Verbot, aus einem „Luftfahrzeug“, außerhalb des Linienverkehrs ohne Erlaubnis Aufnahmen zu machen (Abs. 2 LuftVG) wurde aufgehoben und gilt erst recht für die Panoramafreiheit.

„Wird beispielsweise aus einem Hubschrauber heraus Fotografien gemacht, auf denen ein Bauwerk zu sehen ist, diese Fotografien dann auf soziale Netzwerke (Facebook, Instagram, Twitter) oder auf private Blogs geteilt, böte dies bei enger Auslegung ein Einfallstor für Abmahnungen.“
Nach Abschnitt 1 der LuftVG ist die Benutzung des Luftraums durch Luftfahrzeuge grundsätzlich frei. Das gilt natürlich auch für Drohnen. Außerdem kennt das Urheberrecht keine Differenzierung zwischen privater und kommerzieller Nutzung.

Volocopter wartet auf  Erlaubnis 

In den nächsten drei Jahren  will  Volocopter als erstes Flugtaxi-Unternehmen ein kommerzielles Streckennetz in Singapur starten. Der asiatische Stadtstaat gilt als besonders offen, wenn es um neue Mobilitätskonzepte geht

Zuerst sollen Touristen abheben. Pendlerverbindungen, etwa zu benachbarten Wirtschaftszentren sollen folgen. So könnte Singapur innerhalb der nächsten drei Jahre zur ersten Metropole mit einem elektrischen Flugtaxidienst im öffentlichen Nahverkehr sein.   

Das Startdatum für 2021 hat das Unternehmen schnell wieder verworfen. Zuerst benötigt es die ausstehende Genehmigung der Zivilluftfahrtbehörde in Singapur (CAAS) und der EASA. Beide Behörden haben erst kürzlich ihre Zusammenarbeit verkündet.

Erste Testflüge hat Volocopter bereits gemeistert und auch der erste Flugtaxi-Bahnhof wurde eingeweiht.
Volocopter-Chef Florian Reuter begründet die Singapur-Wahl mit dem regulatorischen Umfeld und dem dortigen Know-How: „Themen wie Streckenvalidierung für den autonomen Betrieb, Materialwissenschaft und Forschung zur Batterietechnologie sind für unsere langfristigen Geschäftserfolge sehr wichtig“, sagt Reuter.

Schuster bleib bei deinen Leisten: Uber beendet sein Flugtaxi-Projekt

Elevate hieß die Plattform, mit der Uber in das Flugtaxi-Geschäft einsteigen wollte – eigene Infrastruktur wie Landeplätze inklusive. Jetzt wird die Uber-Sparte Elevate vom Flugtechnik-Entwickler Joby übernommen

Uber, gegründet in San Francisco, stellt damit das zweite kostspielige Zukunftsprojekt mit unklaren Aussichten ab. Jetzt sollen sich die Geschäfte vor allem auf das Kerngeschäft mit der Fahrdienst-Vermittlung sowie Essenslieferungen konzertieren. Ein Grund für den Umsatzverlust könnte die Corona-Pandemie und die dadurch steigenden Belastungen.

Im vergangenen Quartal gab es einen Verlust von 1,1 Milliarden Dollar, der Umsatz fiel damit um 18 Prozent. Nur einen Tag vor den Flugtaxis wurde bereits Projekte mit Roboterautos abgestoßen.

Lieferdrohnen surren über Berlin

Seit Ende November laufen in Berlin erste offizielle Transport-Tests für Blutproben und Impfstoffe. Dabei kooperiert Labor Berlin mit dem kalifornischen Drohnenhersteller Matternet

„Durch den Einsatz von Drohnen soll die Transportzeit für besonders zeitkritische Proben zwischen einzelnen Klinikstandorten und dem Zentrallabor von Labor Berlin, dem ersten Gemeinschaftsunternehmen von Charité und Vivantes, deutlich verkürzt werden“, teilte das Unternehmen mit.

Die Drohnen sollen vollautomatisch fliegen und müssen nur beaufsichtigt werden. Jede Strecke wird von zwei Drohnen bedient, die theoretisch 24 Stunden am Tag fliegen könnten. Jede Drohne ist batteriebetrieben und kann bis zu 40 Proben transportieren.

Für Matternet bedeutet das Projekt die Basis für das erste innerstädtische BVLOS-Netzwerk (Beyond Visual Line of Sight) zur Lieferung medizinischer Güter in der Europäischen Union. Der Dauerbetrieb des Berliner Drohnen-Netzwerks ist für Januar 2021 geplant.

Kalifornien: Drohnen auf Streifflug

In Südkalifornien unterstützen intelligente Drohnen Ermittlungen der Polizei. „Drones as first Responders“ ist das Erste Programm dieser Art in den USA

eden Tag reagiert die Polizei von Chula Vista in Südkalifornien auf Notrufe mit Drohnen – auf bis zu 15 Telefonate pro Tag. Natürlich werden Drohnen auch in anderen Bundesstaaten von der Polizei eingesetzt. Doch die Drohnen der Chula Vista Polizei sind mit künstlicher Intelligenz ausgestattet: Sie können Verdächtige verfolgen.

Dabei müssen die Beamten noch nicht einmal vor Ort sein. Eigentlich dürfen Drohnen nicht außerhalb der Sichtlinie fliegen, aber die kalifornische Polizei erhielt eine Ausnahmegenehmigung.

Lediglich ein Pilot muss auf dem Dach der Polizeistation bleiben, den Start überwachen und zusammen mit einem Polizisten den größten Teil des Flugs steuern, sobald die Drohne ihr Ziel erreicht hat. So können die Drohnen in einem Radius von fast 5 Kilometern auf Streife gehen.

Doch es gibt auch Stimmen, die sich Sorgen um die Privatsphäre der Zivilbevölkerung machen. Ein Video dazu gibt es auf CNN.

Drohne statt Lastwagen

Die Laste-Drohne aus Lüdenscheid soll der Post und anderen Lieferdiensten Konkurrenz machen. Ab Januar sollen die Drohnen automatisch Firmen Ersatzteile oder Werkzeuge liefern

Unternehmer Norman Koerschulte hat eine Vision: Drohnen statt Lastwagen. Und das Vollautomatisch. Ein Jahr lang wurden die rund 30.000 Euro teuren Lasten-Drohnen getestet. Jetzt hat Koerschulte die Lizenz der Landes-Luftfahrt-Behörde bekommen.

Eine selbstständig arbeitende Software kann die Drohnen zentimetergenau steuern, der Kurs wird dabei vorher abgestimmt. Die mit sechs Propellern ausgestatteten Drohnen haben eine Tragfähigkeit von bis zu 10 kg und sind mit einer Geschwindigkeit von rund 60 km/h unterwegs. So soll besonders der Stadtverkehr entlastet werden. 

Insgesamt sollen so bis zu zehn Drohnen gleichzeitig kontrolliert werden. Und auch nur wenn es unbedingt sein muss erklärt der Pilot Julian Franz: „Nur, wenn ein seltenes Ereignis eintritt, dass ein anderes Verkehrsflugzeug kommt oder ich sehe, dass etwas aus dem Ruder läuft, würde ich was machen.“

Am Zielort angekommen, wird die Lieferung auf zehn Meter herabgelassen, sodass das Paket in einem Netz landen kann – dieses muss natürlich vorher beim Kunden angebracht und hochgefahren werden. Testkunden dieses Projektes sind zwei Unternehmen aus Lüdenscheid: die Hotset GmbH und Metoba Metalloberflächenbearbeitung GmbH.

Koerschulte + Werkverein ist ist ein Produktionsverbindungshandel und beliefert Handwerker und Industrieunternehmen. Vom Profiwerkzeug über Verbindungssysteme – das Lagersortiment umfasst über eine Million Artikel, die zukünftig auch mithilfe von Drohnen zu den Geschäftskunden kommen.
Bald sollen die ersten der mehr als 3.000 Kunden aus der Luft beliefert werden. Nur so könne das Unternehmen auch in Zukunft überleben, erklärt Koerschulte. 

Gute Nachrichten: Mehr als 500 Leben gerettet

Seit 2016 sammelt DJI Daten von Menschen die mithilfe von Drohnen gerettet wurden. Auch im nächsten Jahr wird das Projekt fortgesetzt  

Zwischen 2016 und 2017 wurde weltweit im Schnitt ein Mensch mithilfe einer Drohne gerettet. Mittlerweile haben die von DJI erfassten Zahlen die 500-Marke überschritten. Gestartet wurde das Projekt, nachdem Drohnen in den Medien immer wieder in die Kritik geraten sind. 
Auf der offiziellen Karte kann man alle registrierten Fälle sehen und die individuellen Geschichten der Menschen und Rettungsaktionen lesen. 

Aufgepasst! Das neue Drohengesetz kommt.

Im kommenden Jahr gilt das neue Drohnengesetz. Ab dem ersten Januar 2021 ist das Fliegen nicht mehr bundes-, sondern europaweit geregelt

Eine kleine Auffrischung der Regeln gibt es zusammengefasst vom Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur.

Wo und ob Ihr Drohnenflug erlaubt ist könnten Sie mithilfe der DFS-DrohnenApp checken.

55. DRONEMASTERS MEETUP

03. Februar 
16-18 Uhr
online

Vortragssprache Englisch

Die DroneMasters bilden das führende branchenübergreifende Netzwerk rund um vertikale Mobilität und Drohnen. Bei den DroneMasters Meetups teilen Experten und Enthusiastinnen aus Wirtschaft, Wissenschaft, Gesellschaft, Verwaltung und Politik ihr Wissen und ihre Ideen, um die nachhaltige Nutzung von Drohnen aktiv zu gestalten. Um es kurzweilig zu halten, sind die einzelnen Impulse auf 10 Minuten begrenzt.

Tickets gibt es hier.