US-Verteidigungsministerium: DJI Drohnen jetzt doch sicher

Eine Untersuchung des US-Verteidigungsministeriums bescheinigt bestimmten DJI-Drohnen, dass kein Datenabfluss an China erfolgt

Das US-Verteidigungsministerium hat zwei im Besitz des Pentagons befindliche, für Behörden gebaute Drohnen-Typen des von der US-Handelsbehörde United States International Trade Commission (USITC) gebannten chinesischen Herstellers DJI hinsichtlich möglicher Spionagesoftware untersucht. Das Ministerium hat sie nun zur Nutzung freigegeben und empfohlen.

Dies geht aus einem Bericht des Pentagon hervor, das dem US-Politikmagazin The Hill vorliegt. Teile des Berichtes seien jedoch geschwärzt. Den sichtbaren Stellen zufolge würden diese DJI-Drohnen keinen Schadcode oder Anzeichen auf Spionageabsichten enthalten. Regierungsbehörden und Streitkräfte, die mit US-Geheimdiensten zusammenarbeiten, könnten diese verwenden.

Offenbar analysierte das Pentagon nach Angaben von The Hill gezielt Drohnentypen von DJI, die das US-Innenministerium im Januar 2020 aufgrund von Spionagebefürchtungen weitgehend stillgelegt hatte. Betroffen waren rund 500 Drohnen, von denen einige seitdem nur in Notfällen eingesetzt werden durften. DJI hatte dagegengehalten, es würden keine Daten an die chinesische Regierung fließen – weder direkt von den Geräten noch von DJI selbst.

Im Dezember 2020 landete DJI dann auf der Schwarzen Liste der US-Handelsbehörde United States International Trade Commission (USITC). Die „Entity List“ enthält ausländische Unternehmen, mit denen US-Unternehmen nur mit einer Ausnahmegenehmigung Technik-Exporte durchführen und Geschäftsbeziehungen pflegen dürfen. Allerdings wurde DJI auf dieser Liste nicht wegen der Befürchtung gesetzt, das Unternehmen könnte mit chinesischen Geheimdiensten zusammenarbeiten, sondern weil DJI seine Drohnen an „unterdrückerische Regime in aller Welt“ exportiert habe.

Außerdem habe DJI mit der Polizei der nordwestchinesischen Provinz Xinjiang eine Partnerschaft geschlossen. Sie soll DJI-Drohnen dazu verwendet haben, die Uigurische Minderheit in der Provinz zu überwachen sowie deren anhaltende Unterdrückung und damit die Verletzung von Menschenrechten gefördert zu haben.

Das US-Justizministerium hat im letzten Jahr behördliche Zuschüsse für den Kauf von Drohnen ausländischer Anbieter untersagt, die als Bedrohung der nationalen Sicherheit angesehen werden. Derzeit ist ein Gesetzentwurf in der Prüfung, der vorsieht, dass die US-Regierung keine Drohnen anschaffen dürfe, die in Staaten hergestellt werden, die eine Bedrohung für die USA darstellen – darunter auch China. Der Gesetzentwurf wird von Demokraten und Republikanern im US-Senat parteiübergreifend unterstützt.

Für DJI ist der Prüfbericht des Pentagon und die darin enthaltene Empfehlung für den Einsatz der Drohnen aber kein Freifahrtsschein. Ob DJI es künftig einfacher haben und die geplante Gesetzgebung zur Anschaffung von Drohnen durch den Pentagon-Bericht beeinflusst wird, bleibt ungewiss.

Bereits 2019 hatte die US-Heimatschutzbehörde die Drohnen DJI Mavic Pro und Matrice 600 Pro unter die Lupe genommen und keine Hinweise auf unerwünschten Datentransfer entdecken können. Eine Überprüfung durch PrecisionHawk, einem US-Drohnenunternehmen kam im September 2020 bei der Untersuchung auch von Behörden eingesetzter DJI-Drohnentypen zu dem gleichen Schluss. Die Sicht, dass DJI-Drohnen Daten an China übertragen könnten, hat das offenbar nicht wesentlich beeinflussen können.

Südostasien: Drohnen messen Fieber

In Taiwan, Malaysia und Thailand versuchen Regierungen die steigenden Corona-Ausbrüche mittels Drohnen einzudämmen. Der Mangel an Impfstoffen ist ein Grund für diese Maßnahme

Wie das lokale Medium News Asia berichtet, setzt die Polizei in Malaysia seit Kurzem Drohnen ein, um Menschen mit ehröhter Temperatur auf den Straßen auszufischen. Im Bundesstaat Terengganu fliegen die Drohnen etwa 20 Meter über dem Boden.

Insgesamt 157 Drohnen sind derzeit im Einsatz. Übersteigt die Körpertemperatur einen Wert von 37,5 Grad, bekommen Polizisten eine Benachrichtigung und versuchen die symptomatische Person zu identifizieren. Laut Polizeichef Rohaimi Md Isa, würden die Drohnen bei der Überwachung Infizierter und der Einhaltung von Hygienemaßnahmen zwar „immens“ helfen, allerdings können auch die Beamten nicht überall sein.

Derzeit befindet sich Malaysia wieder im Shutdown. Insgesamt haben sich mehr als 600.000 Menschen seit Beginn der Pandemie angesteckt. Zudem müssen sie mit einem doppelten Problem umgehen: infektiösere Mutanten und einem massiven Mangel an Impfstoffen.

DB Schenker und Volocopter entwickeln Schwergut-Frachtdrohne

Volocopter stellte sein Testflugzeug VoloDrone zusammen mit einem Mustertransportbehälter von DB Schenker auf der Bundesluftfahrtkonferenz am Flughafen Berlin Brandenburg aus

Die vertikal startende und landende Schwergutdrohne wird autonom und elektrisch betrieben und könne bis zu 200 Kilogramm Fracht bei einer Reichweite von bis zu 40 Kilometern transportieren teilte DB Schenker mit.

Die VoloDrone wiegt 600 kg, hat einen Durchmesser von 9,15 Metern und eine Höhe von 2,15 Metern.

Jochen Thewes, CEO von DB Schenker, sagte, die Einsatzmöglichkeiten der Drohne in der Logistik seien „grenzenlos“:

„Wenn die Infrastruktur für konventionelle Transportmittel überlastet oder nicht vorhanden ist, bieten Frachtdrohnen eine Chance, Logistikrouten zu überdenken. Die Einsatzmöglichkeiten in der Logistik sind grenzenlos. Durch unsere Partnerschaft mit Volocopter wird diese Vision nach und nach Wirklichkeit. Der Drohnentransporter wird immer greifbarer.“

Florian Reuter, CEO von Volocopter ergänzte: „Unsere VoloDrone wird dort zum Einsatz kommen, wo der klassische Bodentransport in Logistik, Bau oder Landwirtschaft an seine Grenzen stößt.“

So sollen die zukünftigen logistischen Anwendungen für die Schwergut-Drohne Orte umfassen, die auf andere Weise nur sehr schwer oder langsam zu erreichen sind wie Inseln, Land-zu-Schiff-Lieferungen, Transporte in Bergregionen oder auch Orten die durch Naturkatastrophen isoliert wurden. Aber auch innerstädtische Liferungen sind mögliche Ziele.  

Volocopter bei den Olympischen Spielen

Volocopter hat sein Flugtaxi VoloCity eVTOL in den französischen Himmel befördert und ist optimistisch, dass das Unternehmen in drei Jahren bereit sein könnte, Passagierdienste bei den Olympischen Spielen in Paris anzubieten 

Der neueste Testlauf von Volocopter fand während des Paris Air Forum am Flughafen Paris-Le Bourget statt. Während des fehlerfreien Fluges legte die Maschine eine Strecke von 500 Metern zurück und fuhr mit einer Geschwindigkeit von bis zu 30 km/h in einer Höhe von 30 Metern.

Volocopter-CEO Florian Reuter sagte diese Woche, dass er beabsichtige, rechtzeitig zu den Olympischen Spielen 2024 in Paris einen Lufttaxi-Service zu etablieren. Betrachtet man den jüngsten Testflug der VoloCity, erscheint ein solches Ziel realistisch genug.

Natürlich liegt die endgültige Entscheidung bei den lokalen Aufsichtsbehörden, die von der Sicherheit des Flugzeugs und der Fähigkeit, Flugsicherungssysteme zu beherrschen, überzeugt sein müssen. Zumindest könnten wir die Einführung eines eingeschränkten Passagierdienstes erwarten, der VoloCity während der Olympischen Spiele in Paris auf eine streng kontrollierte Route beschränkt und möglicherweise Offizielle und Athleten zu und von einem Standort in der Nähe des Stadions befördert.

Laser schießt Drohnen ab

Gegen unerwünschte Drohnen hat das französische Unternehmen Cilas in Orléans eine Laserkanone entwickelt, die kleine Drohnen im Flug abschießen kann

Das Lasersystem – HELMA-P genannt – konnte seine Präzision bereits unter Beweis stellen. Von einem Radarsystem unterstützt, nahm der Laser eine etwa 50 Stundenkilometer schnelle Drohne ins Visier. Außerdem helfen zwei Kameras – eine mit Überblick über den Luftraum, eine für den Fokus auf die Drohne, um Ziele in bis zu einem Kilometer Entfernung anzupeilen.

Der Unterschied zu „klassischen Geschossen“ wie kleinen Raketen verringern die Laser die Gefahr von Kollateralschäden. Wird eine Drohne verfehlt, strahlt der Laser ohne weitere Folgen gen Himmel.
An möglichen Einsatzgebieten für diese Laser-Abwehr mangelt es nicht. So könnten Flughäfen ihren Luftraum vor fehlgesteuerten Hobbydrohnen schützen. Aber auch Kraftwerke, Industrieanlagen oder Militärbereiche könnten mit den Lasern Spionage-Drohnen zerstören.

Lieferdrohnen: Liegt es am Wetter?

Was ist das größte Hindernis für Drohnenlieferungen? Bürokratie der Regierung? Vorsicht der Kunden? Die Antwort kann elementarer sein. Es sind die Elemente. Eine neue Studie legt nahe, dass das Wetter ein Hindernis für die Lieferung von Drohnen sein könnte

Eine neue Studie, die in Nature Scientific Reports veröffentlicht wurde, untersuchte, wie sich Regen und Schnee, Wind und Temperatur auf die Flugfähigkeit von Drohnen weltweit auswirken.

Die Studie hat gezeigt, dass die meisten Drohnen, die für kommerzielle Zwecke verwendet werden, niemals bei Regen oder Schnee fliegen sollten, aber Temperaturen zwischen 0 und 40 Grad Celsius und Windgeschwindigkeiten von bis zu 36km/h vertragen.

Anschließend wurde das Wetter in 100 der bevölkerungsreichsten Städte der Welt untersucht.
Im Durchschnitt können Lieferdrohnen 10 Stunden im Einsatz sein, ohne dass das Wetter einen Strich durch die Rechnung macht.

Natürlich gibt es regionale Unterschiede. Wenn Sie im sonnigen Johannesburg leben, wird Ihre von Drohnen gelieferte Pizza wahrscheinlich heiß und pünktlich sein.

Wenn Sie Glasgow wohnen, wo es rund 170 Tage im Jahr regnet, sieht es wahrscheinlich schon anders aus.

Für zeitkritische oder Notfall-Lieferungen, könnten diese 10 Stunden schnell problematisch werden. Abwarten bis das Wetter besser wird ist hier oft keine Option. So sind Polizeidrohnen in Großbritannien aufgrund einer zu hohen Feuchtigkeit auf den Geschwindigkeitsreglern bereits abgestürzt und Amazon hat bereits ein Patent angemeldet, das eine Drohne zur Selbstzerstörung zwingt, wenn sie in zu schlechtes Wetter gerät.

Laut der Studie müssten besonders die Niederschlagstoleranz und die Windgeschwindigkeitstoleranz erhöht werden. Außerdem bemängeln die Autorinnen und Autoren das Fehlen von wetterbezogenen Standards und Leistungstest. Trotzdem hätten viele Drohnenhersteller das Problem bereits erkannt und machen große Fortschritte in der Problembewältigung.

„Das Wetter ist ein erhebliches Hindernis für die weit verbreitete Einführung gängiger Drohnen für On-Demand-Anwendungen. Zukünftige Studien können helfen, das erforderliche Maß an Wetterschutz zu beleuchten. Im Allgemeinen müssen diese technischen Anstrengungen jedoch durch die auf öffentliche Sicherheit ausgerichteten Vorschriften ergänzt werden, um potenzielle Verletzungen durch herabfallende Drohnen und deren Nutzlast zu vermeiden“.

Island: Drohne schmilzt über aktivem Vulkan und sendet ein letztes Video

Der YouTuber Joey Helms opferte seine neue FPV-Drohne für dieses Video. Zu sehen sind Aufnahmen des erst kürzlich ausgebrochenen Vulkans Fagradalsfjall auf Island

Für die Aufnahmen nutzte Helms eine FPV-Drohe des Herstellers DJI, um dem Inneren des Vulkans Fagradalsfjall so nahe wie möglich zu kommen. FPV steht für „First Person View“. Der Drohnen-Pilot trägt eine Videobrille und sieht exakt das, was die Kamera der Drohne erfasst. Für den Piloten fühlt es sich daher an, als hänge er selbst unter dem Fluggerät.

Der Vulkan im Video brach am 19. März aus, nachdem er 900 Jahre unauffällig blieb. Das Video entstand zwei Monate nach dem Ausbruch und wurde nun veröffentlicht. Das Naturschauspiel findet noch immer etwa 30 Kilometer der isländischen Hauptstadt Reykjavik entfernt statt.

Wie Drohnen und KI Waldbrände verhindert werden

Ein Allgäuer Start-up hat mit Hilfe von Drohnen und Künstlicher Intelligenz ein System entwickelt, um Waldbrände bereits im Keim zu ersticken

Bei Waldbränden zählt jede Sekunde. Eine Früherkennung kann Leben retten und größere Schäden abwenden. Dessen sind sich auch die beiden Erfinder Jack-Leonard Bolz-Mendel und Stanislav Malorodov bewusst. Beide sind die Gründer des Brandschutz-Startups Guardian Technologies aus dem Allgäu. Sie haben ein System entwickelt, das schon kleinste Feuer mit künstlicher Intelligenz erkennen und löschen kann. Dieses System wurde nun mit einer Drohne gekoppelt.

„Durch unser Fachwissen und die Erfahrung der letzten Jahre entwickelten wir unsere eigene Technologie, um Feuerquellen mit hoher Sensitivität zu erkennen. Das System gibt es in dieser Art noch nicht auf dem Markt. Klassisch werden Wärmebildkameras genutzt, die haben aber nicht die Möglichkeit, die 180-Grad-Aufnahmen zu machen, die wir möchten. Durch die Drohne wird die Erkennung nun schneller und einfacher als jemals zuvor“, erklärt Bolz-Mendel, CEO und Director Mechanical Engineering.

Die Drohne patroulliert über Waldgebieten und ist dank der neuen Kameratechnik und KI in der Lage, schon kleinste Bränder zu erkennen. Diese können sofort gelöscht werden, da alle erforderlichen Komponenten wie beispielsweise die Steuerung, Pumpen und Löschmittelbehälter integriert sind. Handelt es sich um einen größeren Brand, kann die Drohne aber auch Alarm schlagen und schnell Verstärkung anfordern.

Die frühzeitige Erkennung ist das Steckenpferd des Systems. Durch die Drohne und die präzise Technologie sei es möglich, verheerende Katastrophen frühzeitig zu verhindern, so Stanislav Malorodov, CEO und Director Software Engineering.

SommerUni – Einsatz von Drohnen bei Veranstaltungen – Alles was Recht ist!

20. Juli 2021
10-17 Uhr
DEAplus Deutsche Event Akademie GmbH, Hannover

Der Einsatz von unbemannten Luftfahrtgeräten (Drohnen) hält seit 2011 auch Einzug in verschiedenen Bereichen von Veranstaltungen. Sei es bei der Erstellung von Imagefilmen, der Liveübertragung bei Konzerten oder der Veranstaltungssicherheit.
Doch was sollte beim Einsatz der neuen Technologie beachtet werden?
Dieser Seminartag gibt grundlegende Informationen und Tipps.

  • Menschliche, (luft-)rechtliche und technische Aspekte
  • Sicherheit und Ordnung im öffentlichen Raum und auf dem Veranstaltungsgelände
  • „Fallen“ bei der Beauftragung von Subunternehmen
  • Arbeits- und Gesundheitsschutz
  • Einblick in die Verknüpfungen mit verschiedenen Bereichen
  • Vorteile einer Einbindung in die Veranstaltungssicherheit
  • Verbindung mit Polizei und Rettungsdienst

Anmelden können Sie sich hier. Die Kosten betragen 111 Euro.